GESCHICHTE DES PLISSEES


Die Idee, dauerhaft gefaltete Stoffe für Mode und Dekoration zu verwenden, gab es bereits in frühen Hochkulturen. Doch lange Zeit blieben plissierte Textilprodukte den meisten Menschen vorenthalten, denn die damaligen Plissierverfahren waren aufwendig und wurden somit nur zur Bearbeitung von Edelkleidung verwendet.

So wurden bereits im antiken Ägypten Stoffe mittels Wasser, großen Steinen und hoher Sonneneinwirkung gepresst, sodass sie eine langanhaltende Faltenform annahmen. Eine Weiterentwicklung erhielt das Plissierverfahren im Mittelalter: Hier wurde unter anderem Weizenstärke aus Mehl für den Dauerhalt der Plissierfalten bei der Pressung benutzt. Gerade zu dieser Zeit entstanden die weltbekannten artistokratischen Krägen, welche es in alteuropäischen Portraitgemälden zu sehen gibt.

Der große Sprung in der Plissee-Herstellung kam während der Industrialisierungsära. Die großflächige Produktion synthetischer Textilien lieferte das ideale Material für die spätere Entwicklung der Plissiermaschinen: Nun konnten die Plissees für elegante Kleider oder dekorative Raumausstattungen in großem Stil einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

So patentierte der französische Modedesigner Mariano Fortuny das Verfahren zur Seiden-Plissierung, durch das unter anderem sein berühmtes Kleid “Delphos” entstand. Anders als heute wurden im frühen 20. Jahrhundert noch gelegentlich chemische Stoffe zur Festigung der Falten verwenden. In unserer Gegenwart kommen die Plissiermaschinen allerdings ohne den Einsatz von Chemikalien aus, sondern arbeiten lediglich mit Hochdruckpressen und großer Temperatureinwirkung.